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Aus dem Archiv Bunte Pracht in Frankfurts Hallen Internationale Automobilausstellung 1959. Die Borgward-Gruppe ist ein letztes Mal auf der Frankfurter Messe vertreten. Auto, Motor und Sport ging "mit kritischem Blick von Stand zu Stand".
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| Wozu ist eine
Automobilausstellung da? Wurde diese Frage bei Borgward gestellt, wo
ja außer den Isabella-Modellen auch der neue 2,3 Liter ausgestellt
war, so bekam man zur Antwort, daß man den Sinn einer solchen
Ausstellung in der Repräsentation bekannter Fahrzeugtypen sehe, zum
anderen aber darin, neue Modelle vorzustellen, um ihre Wirkung und das
Interesse des Publikums zu testen. Bei Opel war man ganz anderer
Meinung. Keine Automobilfabrik könne es sich erlauben, so meinte man
dort, neue Modelle vorzustellen, solange die alten noch produziert
würden, und darum wolle man auf der Automobilausstellung nur solche
Fahrzeuge zeigen, die bereits geliefert werden könnten. Abgesehen davon, daß die Wahrheit in der Mitte liegen dürfte, ... sehen wir in einer solchen Schau noch etwas anderes: eine bunte Attraktion, interessant, vielseitig und von eigenartigem Reiz für alle, die sich von der Welt der Automobile angezogen fühlen, von der Welt der rollenden Räder und der zuweilen mehr dem Zweck, manchmal aber auch mehr der Phantasie entsprungenen Karosserieformen. ... Schräg gegenüber (von Opel - Anmerkung der Redaktion), umgeben von Isabella-Modellen aller Art (auch ein Polizei-Streifenwagen fehlt nicht), steht auf blumenumkränzter Drehscheibe das einzig wirklich ganz neue deutsche Auto der Ausstellung: der Borgward 2,3 Liter. Chefstilist war hier Konsul Dr. Borgward selbst, wie denn wohl auch nicht zu verheimlichen ist, daß ein großer Borgward eine besondere Passion des Bremers ist. Bis zur letzten Minute hat er sich noch liebevoll mit diesem seinem jüngsten Kind beschäftigt: eine kleine Kühlerfigur die auf Pressefotos schon zu sehen war, verschwand wieder, und das Armaturenbrett wurde noch etwas umgestaltet. Das ganze Fahrzeug wirkt beschwingt, elegant, alles andere norddeutsch-schwerfällig. Im Gegenteil: die Heckgestaltung oder die Aussparungen für vordere Blinkleuchten erinnern schon an die Eigenwilligkeiten italienischer Karosserieschneider. Der 100 PS-Sechszylinder - ein um zwei
Zylinder verlängerter Isabella-Motor - und das Fahrwerk mit der
hinteren Pendelachse entsprechen, wie auch beim früheren 2400, der
Isabella-Konzeption, und gute Fahreigenschaften kann man nach alledem,
was in jüngster Zeit aus Bremen kam, wohl erwarten. Unübersehbar
ist, daß dieser Wagen es mit harter Konkurrenz zu tun haben wird,
denn sowohl der Mercedes 220 als auch der Opel Kapitän sind komplette
Autos mit Tradition. Aber Dr. Borgward ist mit seinem
Unternehmungsgeist sichtlich noch nicht am Ende, und ganz sicher hat
die große Klasse - wenn es mit unserem Wohlstand so weiter geht -
auch Zukunft. ... |

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